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Sonntag, August 20, 2006 

Hinter jedem Bart ein Terrorist - Angst essen Hirn auf

Dass die Grenze zwischen Sicherheitsdenken und Hysterie ein verdammt schmaler Grad ist, haben gerade erst wieder zwei Briten im Urlaubsflieger am eigenen Leib erfahren. Woher kommt diese erschreckende Überreaktion? Gibt es womöglich jemanden, der die Terror-Paranoia planmäßig schürt? Poltik? Medien?

Zumindest in den USA ist CNN damit beschäftigt, die Menschen daran zu erinnern, dass es keinen Grund gibt, keine Angst zu haben. Überall. Über alles. Letzten Montag widmete der Sender deswegen einen ganzen Tag nur einem Thema "Target USA!":


(YouTubeDirektLink)

So weit wie in den USA sind wir in Deutschland glücklicherweise noch nicht. Aber auch hier wird nach jedem neuen Terroralarm der Sicherheitsgurt reflexartig fester gezogen. So will sich Innenminister Schäuble für ein EU-weites Verbot von jeglichen Flüssigkeiten im Flug-Handgepäck einsetzen. Es wird höchste Zeit, dass der erste Plastiksprengstoff im Schokoriegel entdeckt wird, damit auch sämtliche Nahrungsmittel aus dem eigenen Rucksack verschwinden. Aber wieso überhaupt Rucksack? Gar kein Handgepäck mehr. Aber dann bitte auch für alle und in aller Konsequenz: Legebatterie statt Businessclass!

Wenn Menschen lediglich aufgrund ihrer Herkunft und Sprache von hysterischen Pauschalpatrioten aus ihren Flugzeugen geworfen werden, wenn jeder herrenlose Koffer auf größeren Plätzen den totalen Ausnahmezustand zur Folge hat, wenn bereits ernsthaft diskutiert wird, ob alle Airlines, die Nordamerika nur überfliegen, an die amerikanischen Sicherheitsbehörden ihre kompletten Passagierdaten übergeben sollten, dann stimmt etwas nicht mehr.
Eine Gesellschaft, in der die individuelle Freiheit des Einzelnen kontinuierlich zum Opfer eines staatlich reglementierten Sicherheitsdogmas wird, führt über kurz oder lang in ein Zeitalter zurück, in dem von Aufklärung noch weit und breit nichts zu sehen war. Aber wahrscheinlich ist das das Kalkül der islamistischen Terroristen. Schließlich könnten sie dann auf völlig neuer Augenhöhe mit dem Westen ihre Anliegen besprechen.

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